Unsere Ziele sind:

Kein überdimensionierter Stromnetzausbau
Keine Gleichstrompassage Süd-Ost
Keine neuen unnötigen Höchstspannungstrassen entlang der Bahnlinie Hof-Regensburg,
der A93 oder entlang anderen Korridoren durch das Fichtelgebirge.

Der geplante Netzausbau orientiert sich nicht am Verbrauch, sondern an den Bedürfnissen der Kraftwerksbetreiber. Entscheidend für die Planungen ist nicht die Versorgungssicherheit. Vielmehr werden weitere Kapazitäten für den internationalen Stromhandel geschaffen, während die deutschen Nettostromexporte immer weiter anwachsen. Es ist auch absurd, dass die Stromautobahn mit dem Transport von Windstrom begründet wird. Tatsächlich wird in Zukunft vor allem Kohlestrom transportiert werden.

Für diesen Zweck würden der gesamte Natur-, Lebens- und Erholungsraum Fichtelgebirge durch die HGÜ-Trasse substanziell und irreparabel geschädigt.


Neufassung des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes (NABEG) und des Bundesbedarfsplangesetzes (BBPlG)

Das Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) der Bundesregierung sieht beim Ausbau der HGÜ Stromtrassen Enteignung vor Beendigung des Planfeststellungsverfahrens vor ohne jeden Zugang zu Gerichten für die Enteigneten und Betroffenen. Man kann nur ganz am Ende des Verfahrens gegen das gesamte Projekt Klage einreichen, ohne jede Chance auf Erfolg. Damit verstößt das NABEG gegen die sogenannte UN Aarhus Konvention. Diese Konvention zum Schutze der Umwelt wurde im Jahre 1998 im dänischen Aarhus von internationalen Staaten unterzeichnet, darunter auch Deutschland, aber auch von der EU Kommission. Somit ist die Konvention rechtlich verbindlich. Die drei Grundsäulen der Konvention sind: das Recht auf Information, auf Beteiligung und auf Zugang zu Gerichten. Das heißt, das komplette deutsche Netzausbauverfahren ist widerrechtlich.

Gemäß Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) von 2013 sollen die Stromnetze für eine Einspeisung von Kohlestrom zeitgleich zu Starkwindeinspeisung ausgebaut werden, auch wenn dieser Kohlestrom zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit nicht erforderlich ist: Der Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien wird damit irrelevant. Leider resultiert wohl aus der geltenden Rechtslage (§ 12 Abs. 3 EnWG) eine Einspeisegarantie für Kohlekraftwerke und dadurch ein Netzausbau für Kohlekraftwerke. Damit steht der Bau dieser neuen Leitungen im Widerspruch zu den Zielen der Energiewende, nämlich weniger Kohlestrom und mehr Erneuerbare Energien. Auch hier besteht Reformbedarf.


Dezentrale Lösung der Energiewende

Überschüssige Windstrom- und Solarstromerträge können lokal und regional gespeichert und bei Bedarf aus den Speichern wieder regional ins Stromnetz eingespeist werden. Auch die beste Transportnetzverbindung zwischen Nord- und Süddeutschland kann keine Ununterbrochene Versorgung mit Wind- und Sonnenstrom garantieren. Wie auch das Fraunhofer IWES aufgezeigt hat, verläuft die Windenergieeinspeisung in Nord- und Süddeutschland zeitlich im Wesentlichen parallel, und auch in Nord- und Ostsee gibt es tagelange Windflauten. Der Ausbau der Übertragungsnetze ersetzt keine Stromspeicher.


Unabhängige Überprüfung der Notwendigkeit neuer Trassen

Wir fordern, dass die Netzplanung von einem unabhängigen und der Energiewende positiv zugewendeten Institut durchgeführt wird. Die bisherige Ausbauplanung erfolgt durch die Firma Amprion. Diese ist eine Tochter der RWE. Die Planung hier erfolgt immer unter dem Aspekt der Renditeoptimierung und dem Erhalt der Geschäftsmodelle der großen Stromversorger.Die Planungen des Netzausbaus stützen sich auf Studien und Simulationen. Wir fordern die Offenlegung dieser Studien zum Netzausbaubedarf.


Mehr Transparenz der Politik bei Projekten der Energiewende

Im Falle der Gleichstrompassage Süd-Ost konnte der Netzbetreiber Amprion für den Schwenk von der A9 ab Münchberg mit einem weiten Bogen durch das gesamte Fichtelgebirge, der einen Umweg von gut 30 Kilometern bedeutet, bis jetzt keine plausible Erklärung liefern. Vordergründig scheint wohl das Vorhandensein einer bereits bestehenden Leitung und die damit vereinfachte, technische Durchführung ausschlaggebend gewesen zu sein. Es kann aber durchaus auch geheime Pläne geben, das tschechische Stromnetz (Atomstrom) durch Einbau eines  Konverters anzuschließen.